Entwicklung des Geldvermögens privater Haushalte

Das Geldvermögen der privaten Haushalte stieg im dritten Quartal 2020 um 108 Mrd. Euro und erreichte mit 6.738 Mrd. Euro Ende September einen neuen Höchststand.

Der Anteil an „Bargeld und Sichteinlagen“ belief sich Ende Oktober auf 1.925 Mrd. Euro, der Anteil am gesamten Geldvermögen lag damit bei 29%. Zum Vergleich: Am Ende des zweiten Quartals 2015 lag der Anteil von „Bargeld und Sichteinlagen“ am gesamten Geldvermögen bei nur 23%.

Interessant ist, dass der Anteil an „Bargeld und Sichteinlagen“ trotz gestiegener Aktienkurse aktuell so hoch ist wie niemals zuvor. Und das obwohl Sichteinlagen aufgrund der Nullzinspolitik ökonomisch wenig sinnvoll erscheinen. Wenn man annimmt, dass der „normale“ Anteil von „Bargeld und Sichteinlagen“ am gesamten Geldvermögen bei 23% liegen würde, dann wären zum Ende des dritten Quartals 2020 375 Mrd. Euro zu viel Geld in dieser Anlageklasse investiert.

Dieses Geld liegt im Prinzip auf den Girokonten der Bürger und würde früher oder später in Konsum oder in andere Anlageklassen abfließen, damit auf lange Sicht wieder die normale Quote von 23% erreicht würde. Der Treibstoff für steigende Aktienmärkte ist auf jeden Fall vorhanden.
Unserer Ansicht nach dürfte sich dies bald bemerkbar machen. Aktuell stören sich Bürger noch nicht daran, ihr Geld auf Konten zu parken, da die Inflation im Euroraum derzeit kaum spürbar ist. Dies dürfte sich aber spätestens nach der Pandemie ändern: Steigende Rohstoff- und Ölpreise signalisieren bereits einen künftigen Anstieg der Inflationsraten. Sobald das Thema Inflation stärker in den Medien thematisiert wird und für die Bürger Gestalt annimmt, könnte dies ein Trigger sein, Anlage- und Konsumverhalten zu ändern.