“Inflation ist wie Ketchup”

Inflation ist wie Ketchup – erstmal rausgelassen, kriegt man es ohne Sauerei nicht mehr in die Tube rein.
Diese Erfahrung muss die aktuelle Truppe von Zentralbankern aufs Neue machen und bekommt reichlich Gelegenheit, sich nicht mit Ruhm zu bekleckern. Die Fehler wurden längst begangen und jetzt sind alle Wege zu weniger Inflation schmerzhaft:
Entweder die Zinsen müssen  massiv rauf, um die Konjunktur und die Spekulationsblasen abzuwürgen. Oder die Fiskaldefizite müssendurch Ausgaben-kürzungen und Steuererhöhungen massiv runter. So oder so lautet das Resultat wohl: Rezession und Finanzkrise. Entsprechend rot sind derzeit auch alle Aktienkurse – alle Aktienkurse?

Nein, ein kleiner Sektor legte dieses Jahr fett zu: Der S&P Energy Subindex war seit Jahresbeginn bis heute, den  15. Mai 2022 mit 37% im Plus. Eine Outperformance der Öl- und Gastitel in der inflationären Spätphase des Zyklus ist
normal. Leider macht der klein gewordene Sektor inklusive den einstigen Giganten
ExxonMobil und Chevron derzeit nur noch 4% des gesamten S&P 500 aus. Das ist ein Drittel weniger, als Tech-Riese Apple allein im Index einnimmt. Wer rein passiv investiert, hatte wenig vom Boom der Energiewerte. Indexinvestments sind nicht automatisch richtig diversifiziert. Es ist jetzt allerdings auch schon reichlich spät, um dem Trend noch hinterherzueilen.
Schliesslich droht eine Rezession, in der die Ölpreise typischerweise steil fallen. In
den Quantex-Fonds reduzieren wir eher die Energiewerte, da immer mehr ihren
Fair Value auf normalisierter Basis erreichen.

HWM Urteil: Das Thema Inflation trifft uns in Deutschland völlig unerwartet. Jahrzehnte lang waren wir von niedrigen Inflationsraten verwöhnt. Hohe Inflationsraten, das war ein Relikt der Vergangenheit. Doch durch die Angebotsknappheit steigen die Preise für Öl und Gas im Moment rasant. Dieser Anstieg führt in eine Rezession, wenn die Notenbanken zu stark an der Zinsschraube drehen. Solche Marktphasen sind für ETF Anlagen äußerst ungünstig.