Seminar: "Schutz vor Inflation" im Haus der Wirtschaft am 09.07.2026

Durch Inflation können Ansprüche und Vermögen über die Zeit elegant entwertet werden. Sie wirkt schleichend: Der nominale Geldbetrag bleibt erhalten, während die Kaufkraft sinkt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Aufgabe, die Kaufkraft des Euro zu sichern. In den kommenden Monaten dürfte diese Aufgabe anspruchsvoller werden. In großen EU-Ländern wie Frankreich und Spanien sind weite Teile der Bevölkerung mit den Sparmaßnahmen ihrer Regierungen unzufrieden. Es kommt zu sogenannten „Verteilungskämpfen“.

Wir gehen davon aus, dass die EZB deutlich höhere Inflationsraten von über 3 % zulassen wird, um diese Probleme auf elegante Weise zu lösen. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass derzeit mehrere Führungskräfte der EZB vorzeitig aus ihren Ämtern ausscheiden. Drei der sechs EZB-Direktoren – Isabel Schnabel, Christine Lagarde und Philipp Lane – verlassen Anfang 2027 vorzeitig das Direktorium. Wenn das mal kein Zeichen ist!

Für Geldanleger sind dies herausfordernde Zeiten. Sie benötigen jetzt einen Schutzschirm für ihr Vermögen. Die Schweizer Quantex AG bietet mit dem Fonds „Quantex Global Value“ eine hervorragende Möglichkeit, Vermögen vor Inflation zu schützen.

Deshalb haben wir Peter Frech, den Fondsmanager des Quantex Global Value Fonds, eingeladen, gemeinsam mit uns ein Seminar im Haus der Wirtschaft in Stuttgart zu veranstalten. So konnten sich unsere Kunden direkt aus erster Hand informieren.

Das Seminar „Wie kann ich mein Vermögen vor Inflation schützen?“ fand am 26. Juli 2026 statt.

Der nachfolgende Artikel erschien am 20.06.2026 in der Stuttgarter Zeitung. Wir haben ihn hier veröffentlicht, weil er einen sehr guten Einblick in die Denkweise des Fondsmanagers Peter Frech gibt.

Schutz vor Inflation

Peter Frech ist studierter Psychologe und seit 2007 Fondsmanager bei Quantex. Er leitet eine Reihe von mehrfach ausgezeichneten Fonds in den Bereichen Aktien und Rohstoffe.

STUTTGARTER ZEITUNG vom 20.06.2026
Mit viel neuen Schulden versuchen die Regierungen, die drängenden Probleme unserer Zeit zu bekämpfen: Energiekrise, Überalterung und die neuen geopolitischen Bedrohungen. Doch der stetige Geldregen führt zu mehr und mehr Inflation. Wie können sich Anleger davor schützen?

Die Inflation in der Eurozone kletterte jüngst wieder auf drei Prozent. Sie liegt damit über den Zinsen auf Anleihen und dem Bankkonto, was die Sparer ärmer macht. Droht uns ein weiterer Teuerungsschub wie 2022? Damals schoss die Inflation in der Eurozone auf bis zu 10,6 Prozent hoch. Der im Februar 2022 ausgebrochene Ukraine-Krieg war nicht der Hauptgrund dafür, obwohl dies gerne behauptet wird. Bereits vor Kriegsbeginn im Januar hatte die Teuerung die Schwelle von fünf Prozent überschritten, weil während der damaligen Corona-Zeit das Geld sozusagen mit dem Helikopter über die Bevölkerung verteilt wurde.

Der Krieg machte die Fiskallage der meisten Länder jedoch noch schlimmer, da nun neben allen bestehenden Problemen auch noch aufgerüstet werden soll. Es sieht in keinem der großen EU-Staaten danach aus, als ob die Fiskalpolitik so bald wieder in geordnete Bahnen zurückkehren wird. Die einst definierten Maastricht-Kriterien für Fiskaldisziplin sind nur noch totes Papier.

Die Zentralbanken wie die EZB oder das amerikanische Fed zeigen sich zudem sehr zurückhaltend mit Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung. Denn höhere Zinsen vergrößern die Schuldenlast und damit das Loch in der Staatskasse. Lieber wird abgewartet und wie schon 2021/22 der Teuerungsschub als „transitorisch“ abgetan, also als vorübergehend. Angesichts der immer höheren Staatsschuldenquoten im Vergleich zur Wirtschaftsleistung sieht es so aus, als ob die nominell unabhängigen Zentralbanken zu den willfährigen Helfern der staatlichen Schuldenpolitik geworden sind.

Die tiefroten Staatskassen, die lasche Zinspolitik der Zentralbanken und die anhaltende Rohstoffknappheit durch den Irankrieg sprechen deshalb dafür, dass Inflation in den nächsten Jahren weiter eine große Gefahr bleibt.

Wie können sich Anleger am besten gegen Inflation schützen? Nominal unter der Inflationsrate verzinste Anlagen wie das Bankkonto oder die meisten Anleihen garantieren praktisch eine schleichende Enteignung der Sparer durch Kaufkraftverlust. Sachwerte sind deshalb gefragt.

Bange Frage: Wie lässt sich Vermögen schützen, wenn Kaufkraftverluste ein dauerhaftes Risiko darstellen?

Doch während Sachwerte wie Aktien und Immobilien langfristig tatsächlich in Phasen der Hochinflation einen gewissen Erhalt der Kaufkraft garantieren, können ihre Preise kurzfristig auch stark fallen, wenn Inflation und Zinsen steigen. Im Hochinflationsjahr 2022 war dies zuletzt der Fall, als die Aktienmärkte weltweit im Minus notierten und sich am als sicher bezeichneten Anleihenmarkt ein regelrechtes Blutbad abspielte.

Langfristige Studien über mehrere Jahrzehnte wie von Neville et al. (2021) oder Zaremba et al. (2019) zeigen deutlich, dass Anlagen in Rohstoff-Futures den besten Schutz bei anhaltender Inflation bieten. In den meisten Fällen sind die realen Renditen der Rohstoff-Futures, also nach Abzug der Teuerung, sogar positiv. Anleger können deshalb in Inflationsphasen mit Rohstoffen ihre Kaufkraftverluste in anderen Bereichen zumindest teilweise wettmachen.

Anlagen in physisches Gold bietet gemäss denselben Studien auch einen gewissen Schutz, jedoch nicht im gleichen Ausmass wie Futures auf Rohstoffe wie Öl oder Getreide. Im laufenden Jahr zeigt sich durch den Irankrieg eine ähnliche Dynamik: Energie- und Agrarrohstoffe steigen im Preis, der Goldpreis dagegen verliert eher an Terrain. Wir halten jedoch physisches Gold weiterhin für einen sinnvollen Portfoliobaustein als Versicherung nicht nur gegen Inflation, sondern auch gegen geopolitische Extremrisiken. Kryptoanlagen wie Bitcoin könnten unter Umständen ebenfalls einen Schutz gegen dieselben Risiken darstellen.

Um ein Portfolio inflationsfest zu machen, ist deshalb eine richtige Diversifikation wichtig: nicht nur über Aktien, Immobilien und Anleihen, sondern auch über Rohstoff-Futures. Bei unseren Multi-Asset- Strategien setzen wir dies seit Ende 2020 mit Erfolg in der Praxis um.

Erstaunlicherweise findet diese Strategie mit einer Beimischung von Rohstoffen auch nach der Hochinflationsphase von 2022 immer noch wenig Nachahmer. Zwei Jahrzehnte mit tiefer Inflation von 2000 bis 2020 haben die Anleger und Sparer in falsche Sicherheit gelullt. Wir erwarten jedoch nicht, dass angesichts der grossen Probleme unserer Zeit der staatliche Geldregen sobald aufhören wird.