Wanderung zum Bärenschlösse

Der Ausgangspunkt unserer Tour ist das Schloss Solitude, das ausreichend Parkmöglichkeiten bietet, aber auch mit dem Bus sehr gut zu erreichen ist.

Das Schloss wurde von 1763 bis 1769 unter Herzog Carl Eugen von Württemberg im Rokoko-Stil erbaut und diente als Jagd- und Repräsentationsschloss. Es ist für Besucher geöffnet und es gibt ein vielseitiges Angebot an Sonderführungen. Vom Schloss Solitude hat man einen traumhaften Ausblick, der bis zum Residenzschloss Ludwigsburg reicht.

Ein leicht abschüssiger Weg führt uns hinunter, vorbei an den Kavaliershäuschen, in denen früher der Hofstaat wohnte. Heute werden diese Häuser vom Land Baden-Württemberg vermietet. Wir gehen die beeindruckende Kastanienallee entlang und passieren eine Pferdekoppel. Neben der Koppel befindet sich das Graevenitz Museum – hier sind Werke des Künstlers Fritz von Graevenitz ausgestellt.

Am Ende der Allee biegen wir rechts ab und laufen immer geradeaus. An der Zuleitung zur Schnellstraße ist ein Parkplatz, von dem wir auf das Bärensträßle gelangen. Dieses führt direkt zum Bärenschlössle. Entlang des Weges gibt es einen Spielplatz, eine Grillhütte und ein Forsthaus.

Wir halten uns aber rechts und folgen der Beschilderung in Richtung Rotwildgehege. Das Gehege mit kleinem Pavillon ist sehr schön angelegt und es sind viele Tiere zu sehen. Das Rotwildgehege liegt direkt an der Glemsquelle. Von der Quelle aus misst die Glems 47 km und endet in der Enz.

Bilder und Text © Ulrike Müller 2021

Wir marschieren weiter auf dem Glemsweiherweg in Richtung Bärenschlössle und entdecken dabei einen Baum mit Schnitzereien – den Baum zieren viele Gesichter. Nun erreichen wir das bewirtschaftete Bärenschlössle, das zu einer kleinen Pause bei Speis und Trank einlädt. Hier kann man innen wie außen wunderbar Verweilen und Genießen.

Das Bärenschlössle war ursprünglich ein Lustschloss. Es wurde nach dem Bärenbach, heute Bernhardsbach, benannt. Erbaut wurde es im Jahr 1768 im altrömischen Stil. Vom ovalen Pavillon blickte man damals auf die Gondeln, die auf dem Bärensee schwammen. Im Inneren gab es einen imposanten Saal mit Wandmalereien und Deckengemälden. Nach Carl Eugens Tod verfall das Bärenschlössle jedoch und wurde abgerissen. Mittlerweile betrachten wir den vierten Wiederaufbau – die beiden anderen Bauten fielen Krieg und Brand zum Opfer.

Unsere Tour führt uns nun unterhalb des Bärenschlössles am Bärensee entlang. Der Bärensee ist neben dem Pfaffensee und dem Neuer See einer der drei sogenannten Parkseen. Diese wurden auf Anordnung von Herzog Christoph im Jahr 1566 künstlich angelegt und dienen heute der Stuttgarter Wasserversorgung. An der Stelle, an der der Bärensee endet, laufen wir weiter gerade aus. Die Bernhardsbachstraße führt uns entlang eines idyllischen Weihers, an dessen Ufer ein Froschkonzert stattfindet.

Am kleinen Bernhardsbach halten wir uns rechts und gelangen auf eine große Wiese mit einer 300 Jahre alten Eiche, die vom Künstler Thomas Rappaport zum Kunstobjekt bearbeitet wurde. Auch ein paar Meter weiter ist ein interessantes Kunstwerk aus Holz: Auf der terrassenförmigen Installation kann mit vielen Leuten rund um einen Baumstamm Platz nehmen.

Kurz darauf gelangen wir zum Schießhäuschen, wo früher bei der Jagd Umtrunke stattfanden. Weiter des Weges erreichen wir wieder das Bärensträßle, passieren den Parkplatz und die Kastanienallee und gehen zurück zum Ausgangspunkt der Tour, dem Schloss Solitude. Diese wunderschöne Wanderung ist circa 10 km lang.